Solid Racing Team Rennberichte:

// 03.09.2007: IXS Cup Garmisch-Partenkirchen
// 28.08.2008: IXS Cup Rittershausen
// 17.06.2007: Deutsche Meisterschaft Ilmenau





30.09.2007
IXS Cup Garmisch-Partenkirchen


Nick Beer gewinnt mit einer Fabelzeit, die Racer des Solid Bikes Factory Team erreichen solide Platzierungen. Mathieu Troquier landet trotz eines kapitalen Crashs auf Platz elf, Andi Sieber sichert sich den vierten Platz der Gesamtwertung des iXS German Downhill Cups in der Klasse Herren Elite und Johannes Sütter beschließt die Saison 2007 mit einem fünften Rang im Endklassement der Junioren.

Technisch anspruchsvoll und gezeichnet von ergiebigen Regengüssen präsentiert sich der über 410 »Tiefenmeter« und zwei Kilometer erstreckende Racetrack entlang der weltbekannten »Kandahar«-Abfahrtstrecke am letzten Septemberwochenende.

Die Meinungen im Fahrerlager zum Terrain könnten unterschiedlicher kaum sein: Alle Einschätzungen von »einfach geil« bis »unfahrbar« sind vertreten. Der aussagekräftigen Namensgebung einzelner Abschnitte, wie »Hölle« oder »blacke Wand«, braucht man nichts mehr hinzuzufügen - sie beschreiben diese Streckenteile treffend.

Und so ist es kein Wunder, dass die Devise für den Rennsonntag heißt: Alles oder nichts!

in sturzloser Endlauf ist im Feld der Topfahrer fast schon Garant für eine gute Platzierung, wobei nur ganz wenige der Besten ohne Probleme ins Tal kommen.

Andi Sieber als auch Mathieu Troquier setzen im Finalrun alles auf eine Karte. Sie kämpfen mit der Kandaharstrecke, nehmen sie respektlos ins Visier - ein risikoreiches Spiel.

Als erster der beiden geht Andi auf die Strecke, da er den Seedingrun teilweise ohne Chain bewältigen musste. »Oben liefs perfekt«, meint der frischgebackene 25-Jährige - er machte am vergangenen Freitag sein erstes Vierteljahrhundert voll. »Doch dann wollte ich zwei der schlammigen Bremswellen als Double springen und bin voll eingeschlagen«, erzählt er, während er versucht im Zielbereich seinen goldenen Helm irgendwie von seiner zentimeterdicken braun-klebrigen Schlammschicht zu befreien. Für ihn bleibt am Ende der 25. Rang, er darf sich aber mit dem vierten Platz in der Gesamtwertung des iXS German Downhill Cup trösten.

Auch Mathieu, der immer noch mit seiner Daumenverletzung aus Steinach zu kämpfen hat, riskiert zu viel auf der extrem fordernden Strecke. Mit zusammengetapeter rechter Hand und einem wirklich Angst einflößenden Sturz im unteren Drittel der Strecke rast er auf den immer noch respektablen elften Platz. Wenn dieser Crash nicht gewesen wäre.

Doch »wenn und aber« gibt es für den jungen Franzosen nicht, der als Erster in unserem Team auf der 2008er Racemachine des »Mission 9« unterwegs ist.

»Manchmal konnte ich den Handlebar vor lauter Schmerzen kaum halten. Auf dieser Strecke musst du extrem oft gegenhalten und immer voll konzentriert sein - ausruhen darfst du dich hier nie. Natürlich bin ich froh, dass bei dem Crash nichts Schlimmeres passiert ist! Im Rennlauf sind einfach schon zu viele die selbe Linie gefahren. Da war in einer Landung plötzlich eine Wurzel, die vorher noch gut mit Erde bedeckt war. Ich bin mit dem Vorderrad direkt auf ihr gelandet und voll weggerutscht. Im Flug hab' ich samt dem Rad fast eine ganze Pirouette geschafft«, zieht der sympathische Franzose Resümee.

Marco Apel, Team Solid Bikes Co-Factory-Fahrer, erreicht in der Herren Elite den 47. Endrang und zeigt sich ebenfalls zufrieden diese Strecke »überlebt« zu haben.

Wirklich »dicken Respekt« hat sich Nick Beer verdient. Er machte das Unmögliche in Garmisch-Partenkirchen möglich und besiegte die Kandahar mit einer Fabelzeit von 3:01.88 Minuten. Fast zwölf Sekunden war der Schweizer schneller als der Zweitplatzierte Markus Klausmann. Erik Irmisch folgte den beiden als Dritter auf das Podium.

In der Junioren-Klasse war Benni Strasser der Gesamtsieg des iXS German Downhill Cups ohnehin kaum mehr zu nehmen - mit seinem Sieg in Garmisch-Partenkirchen schloss er eine erfolgreiche Saison ab.

Unser Co-Factory-Fahrer Johannes Sütter belegt, nach einer schweren Havarie im ersten Steilstück und der anschließenden furiosen Aufholjagd mit verbogenem Handlebar, den vierten Platz. Freude herrscht bei unserem Nachwuchstalent, dass er als Dritter der Gesamtwertung geehrt wurde. Bei einer nachträglichen Korrektur der Gesamtwertung verschlägt es ihn aber um zwei Plätze nach hinten, auf den fünften. Trotzdem zeigt er sich wahrlich begeistert vom Rennen im südlichsten Zipfel der Bundesrepublik: »Die Strecke ist einfach nur genial! Die Streckenposten machen ihren Job gut und vor allem das Publikum hat mich im Finale wirklich motiviert«.

Zweiter bei den Junioren wird Patrick Meyer, den dritten Platz sichert sich Daniel Gottschall.

In der Damen Elite holt sich Harriet Rücknagel den Sieg in Garmisch-Partenkirchen und somit auch den ersten Platz in der Gesamtwertung. Miriam Ruchti und Antje Kramer gesellen sich zu ihr auf das Podest, und folgen Harriet auch in dieser Reihenfolge im Endklassement des iXS German Downhill Cup.

Bei den Masters entscheidet Michael Kruiper das Rennen für sich, vor Markus Bast, der die Gesamtwertung gewinnt. Dritter wird Marcel Waldmann.

Mit dem Rennen in Garmisch-Partenkirchen schließt das Solid Bikes Factory Team die Downhill-Saison 2007 vorerst ab. Doch bevor es 2008 wieder richtig zu Sache geht, stehen noch einige Snow-Downhills an. Also: »Stay tuned!«

Wir wünschen allen Downhillern eine schöne Winterpause und unseren Schweizer Solid Bikes-Kollegen viel Erfolg für die Schweizer Meisterschaft am kommenden Wochenende in Bellwald!

Alle Ergebnisse des Rennens in Garmisch-Partenkirchen, sowie die Gesamtwertung gibt es wie immer auf www.ixsdownhillcup.com










Andi Sieber


Johannes Sütter


Marco Apel


Mathieu Troquier


Nick Beer


Zielgelände


Zielsprung




28.08.2007
IXS Cup Rittershausen


Gewonnen hat der Schweizer Nick Beer vor Frank Schneider. Die Platzierungen der Solid Factory und Co-Factory Racer:
Elite: 20. Andreas Sieber, 44. Joachim Schielke, 46. Sören Frey
Junioren: 6. Johannes Sütter

Rennbericht von Andreas Sieber

»Rittershausen ist normal ein gutes Pflaster für mich, nachdem ich die letzten drei Jahre dort gewonnen habe. Dieses Jahr sollte aber alles anders kommen.... Die Strecke war nur leicht modifiziert worden, jedoch machte der Regen dem Freitagstraining einen Strich durch die Rechnung. Außer "Rumrutschen" und nicht vorwärts kommen, war nicht viel los. Dies änderte sich am Samstag beim Lizenztraining! Endlich konnte ich ernsthaft nach einer Linie suchen. Trotz eines großen Schnitzers war ich schnell unterwegs: Zweiter hinter Nick Beer mit nur drei Zehntel Rückstand! Eigentlich schien am Sonntag alles gut zu sein: Ich war top motiviert, das Wetter ausgezeichnet und viele Leute fanden sich an der Strecke ein. Bis kurz vor Ende meines Finalruns war ich gut vorne mit dabei - laut meinem Vater und seiner Stoppuhr war ich an der Stelle wo er stand zeitmäßig vor Nick Beer und Frank Schneider. Und gerade in diesem unteren Teil der Strecke, einem Steilhang, hat es mich dann überschlagen. Die Ursache war, dass ich zu viel riskierte. Aber: »that's racing!« Das Risiko gehört dazu. «





Andreas Sieber




17.06.2007
Deutsche Meisterschaft Ilmenau


Andreas Sieber belegte in der Klasse Lizenz Elite Men den 2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft. Hier sein Rennbericht:

Vom 15.06.-17.06.2007 fand in Ilmenau der 2. Lauf zum IXS-Cup sowie die Deutsche Meisterschaft statt. Ich reiste am Donnerstag Abend zusammen mit meinem Teamkollegen Soeren nach Ilmenau an.

Am nächsten Morgen besichtigten wir mit einigen anderen Fahrern die Strecke, die im Vergleich zum Vorjahr nur wenig abgeändert wurde. Diese Änderungen gefielen mir jedoch,da sie mehr Rythmus in die Strecke brachten. Um 14 Uhr begann schließlich das Training,in dem ich bei Sonnenschein und tropischen Temperaturen 3-4 Abfahrten machte. Die Strecke erwies sich als sehr schnell,also war mir nach dem 1. Trainingstag klar,dass die Zeiten ziemlich eng beisammen sein würden. Von Freitag auf Samstag machte ein Gewitter über Ilmenau halt,was zur Folge hatte,dass die Strecke etwas rutschig war. In dieser Trainingssession lief bei mir rein garnichts zusammen;ich fand überhaupt nicht zu meiner Linie. Umso cooler verlief dann der Seeding-run,den ich mit 2,5 sec Vorsprung gewinnen konnte! In diesem Lauf passte alles zusammen,obwohl ich in keinster Weise ans Limit ging. Am Sonntag machte ich nochmals 3 Trainingsabfahrten,ehe es dann am Nachmittag ans Eingemachte ging. Unser Finale wurde überschattet von 2 schlimmen Stürzen. Dies hatte zur Folge,dass sich der Start um fast eine Stunde verschob und mein Konzept "spät an den Start kommen,kurz warmfahren und schließlich an den start gehen" zunichte machte. Mein Finallauf war im oberen Teil nahezu perfekt,nach passieren des "Bombenkraters" war mir klar,dass ich um den Titel mitkämpfen konnte. Als ich jedoch aus der letzten Wiesenkurve kam,nahm das "Elend" seinen Lauf. Garnichts lief mehr zusammen und der Kontakt zu den Bäumen nahm immer mehr zu.... Schließlich wurde ich doch noch Zweiter,was an ein Wunder grenzt,wenn man berücksichtigt dass solch ein Fahrfehler Zeit kostet.

Ride on Andi